Ein Rebhuhnpaar Mitte Juni 2013 am Wietingsmoor nach vermutlichem Brutverlust. Hat das Paar in den ersten 10 Bruttagen die Brut verloren, darf auf ein Nachgelege gehofft werden. Sonst bleibt das Paar in diesem Jahr ohne Nachwuchs.

Rückgang von Fasan und Rebhuhn

Ein Rebhuhnpaar Mitte Juni 2013 am Wietingsmoor nach vermutlichem Brutverlust. Hat das Paar in den ersten 10 Bruttagen die Brut verloren, darf auf ein Nachgelege gehofft werden. Sonst bleibt das Paar in diesem Jahr ohne Nachwuchs.

Ein Rebhuhnpaar Mitte Juni 2013 am Wietingsmoor nach vermutlichem Brutverlust. Hat das Paar in den ersten 10 Bruttagen die Brut verloren, darf auf ein Nachgelege gehofft werden. Sonst bleibt das Paar in diesem Jahr ohne Nachwuchs.

Um etwa 95% hat der Bestand des Rebhuhns in den letzten Jahren überregional abgenommen. Da stehen die Lebensräume um das Wietingsmoor mit traditionell guten Hühnerbeständen noch relativ gut da. Und nun scheint es auch dem Fasan „an den Kragen“ zu gehen, d.h. die Bestände sind in letzten fünf Jahren zusammengebrochen, die Jagdstrecke ging in Niedersachsen um 82% zurück. Hier wurde „im letzten Jagdjahr die seit 1959 niedrigste Jagdstrecke erzielt“, nachzulesen im „Niedersächsischen Jäger“, Ausgabe 21/2013.

Auch in den südlich an die Diepholzer Moorniederung angrenzenden, guten Fasanenrevieren Nordrhein-Westfalens gehen die Bestände zurück. „In Revieren, in denen in früheren Jahren 85 Fasane gejagt wurden, wurden in diesem Herbst 2 erlegt“, so zitieren die Westfälischen Nachrichten den Pressesprecher des Landesjagdverbandes NRW, Ludger Baumeister. Was aber sind die Ursachen für diese Entwicklung? „Es ist anzunehmen, dass es sich bei den bisher stark lokal auftretenden Besatzrückgängen (des Fasans) um ein multifaktorielles Geschehen handelt,“ schreibt das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung Hannover in der Projektbeschreibung „Rückgangsursachen Fasan und Rebhuhn“. Man vermutet also, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken und so die Lebensgrundlage für die Hühner in der Landschaft schwindet.

Im Fokus steht besonders die Kükensterblichkeit, die vermutlich schon dem Birkhuhn in den mitteleuropäischen Mooren den Garaus gemacht hat. Es wird angenommen, dass die Fasanen- und Rebhuhnküken u.a. durch Krankheitserreger einer erhöhten Sterblichkeit unterliegen. Das würde bedeuten, zu den Verlusten durch ungünstige Lebensräume, Feinddruck, intensive Landwirtschaft und nasskalte Witterung, käme noch ein erhöhter Infektionsdruck hinzu, der die Jungvögel sterben lässt. Aus diesem Grund bittet das Institut um die Einsendung von Fallwild von beiden Hühnerarten, um die Vögel untersuchen zu können und so zu verlässlichen Daten zu kommen. Einen Link zum Flyer des Instituts finden Sie unten.

Das Einwandern des Fasans in die entwässerten Hochmoore wurde in den Sechziger und Siebziger Jahren von Birkhuhnkennern mit Sorge betrachtet, weil Nachteile für das Birkwild z.B. durch die Übertragung von Krankheitserregern befürchtet wurden. Es ging einher mit einem stetigen Rückgang der Birkhühner bis zu ihrem völligen Verschwinden aus den Mooren. Nun aber scheint sich selbst der Fasan kaum noch halten zu können.

Das Einwandern des Fasans in die entwässerten Hochmoore wurde in den Sechziger und Siebziger Jahren von Birkhuhnkennern mit Sorge betrachtet, weil Nachteile für das Birkwild z.B. durch die Übertragung von Krankheitserregern befürchtet wurden. Es ging einher mit einem stetigen Rückgang der Birkhühner bis zu ihrem völligen Verschwinden aus den Mooren. Nun aber scheint sich selbst der Fasan kaum noch halten zu können.

„Mit Lebensraumaufwertung kann man etwas machen für das Rebhuhn“, so die Maxime der Biologen Werner Beeke (Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen e.V.) und Dr. Eckhard Gottschalk (Georg-August-Universität Göttingen). Ihnen gelang es mit ihren Mitarbeitern und in Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort durch die Anlage von 500 Hektar Blühstreifen (mind. 10 m Breite) im Rahmen eines Rebhuhnschutzprojektes im Landkreis Göttingen den Bestand um 1/3 anzuheben. Lassen Sie sich hierzu den sehenswerten Filmbericht von Claudia Grimm in der NDR-Mediathek nicht entgehen.

Den Link dorthin finden Sie hier:
www.ndr.de/fernsehen/sendungen/media/naturnah647.html

Hier der Link zum Flyer für die Einsendung von Fallwild:
www.ljv-nrw.de/ljv/1.0/kk_redsystem_media/1380096578_fallwildeinsendung_fasan.pdf