Zur Not reicht auch ein Kunstnest

Foto: Fütterndes Wiesenweihen-Weibchen über einer umzäunten 10x10m-Nestschutzzone.
Was tun wenn ein Wiesenweihennest ausgemäht wird und zumindest ein Teil der Jungvögel am Leben bleibt? Vor dieser Frage stand Friedhelm Niemeyer vom BUND, der am 16.07.09 von Landwirten und einem Jäger zu einem Gerstenfeld in der Nähe von Mellinghausen bei Sulingen gerufen wurde. Zwei der etwa drei Wochen alten Jungen waren in einem Karton gesichert worden. Der gesamte Nestbereich war ausgemäht!
Vor Ort wurde man sich schnell einig, in unmittelbarer Nachbarschaft des alten Neststandortes einen neuen festzulegen und hier eine 10x10-Meter-Fläche freizumähen, die dann mit einem Elektro-Schutzzaun gegen Fressfeinde gesichert wurde. Dass noch nicht das ganze Feld abgeerntet war, begünstigte die Aktion.
Nach Herrichten des neuen "Nistplatzes" und Hineinsetzen der Nestlinge hatten die Altvögel keine Mühe, sie anzunehmen und weiterzufüttern. Inzwischen sind sie flügge!
Zur Brutsaison 2009 der Wiesenweihen in der Diepholzer Moorniederung:
Manche Jungvögel sind z.Zt. bereits ausgeflogen, andere werden noch im Nest gefüttert. Insgesamt lag die Anzahl der Brutpaare lt. BUND etwas über dem Vorjahr (2008: 27 Revierpaare). Erneuter Nahrungsmangel (wenig Mäuse) machte den Vögeln aber wieder das Leben schwer. Die Anzahl der flüggen Wiesenweihen wird erst in 3 Wochen bekannt sein.
Bemerkenswert sind wieder eine ganze Reihe von Identifikationen einzelner Wiesenweihen aufgrund von Ringablesungen durch V. Moritz, Oldenburg, und Helfern. Lesen Sie hierzu mehr auf der Seite
www.wiesenweihen.info .
Auffallend war auch, dass zwei Bruten ohne Not in Brachen angelegt wurden, die in ihrer Struktur in etwa dem natürlichen, ursprünglichen Bruthabiat entsprechen.

Foto: 3 junge Wiesenweihen-Nestlinge in einer Brache auf der Westseite des Wietingsmoores (Foto: Volker Moritz).
(Archiv 27.07.09)
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