Vogelbeobachter in der Diepholzer Moorniederung (hier im Rehdener Geestmoor): Große Entfernungen in weiten Mooren, aber authentische Erlebnisse. Foto: Johanna Gödecke.

Die freie Wildbahn erleben

Vogelbeobachter in der Diepholzer Moorniederung (hier im Rehdener Geestmoor): Große Entfernungen in weiten Mooren, aber authentische Erlebnisse. Foto: Johanna Gödecke.

Vogelbeobachter in der Diepholzer Moorniederung (hier im Rehdener Geestmoor): Große Entfernungen in weiten Mooren, aber authentische Erlebnisse. Foto: Johanna Gödecke.

Zugvögel leben frei und ungezwungen. Sie fliegen über Ländergrenzen hinweg und wenn sie kommen, sind sie uns Botschafter einer fremden Region, verkünden uns den kommenden Winter oder den herannahenden Frühling. Manche Zugvogelarten sind in der Lage, ganze Kontinente an nur einem Tag zu durchqueren. Vielleicht ist es die in uns Menschen wohnende Sehnsucht nach Freiheit, die uns nach draußen zieht und uns vom Anblick von Tieren in freier Wildbahn fasziniert sein lässt.

Immer wieder hört man jedoch von Naturbeobachtern: „Ja, wir haben Tiere gesehen, aber sie waren alle sehr weit entfernt!“ Es gibt eine häufig anzutreffende Enttäuschung darüber, dass sich die Natur nicht so hautnah erleben lässt, wie man es sich vorgestellt hat. Woher kommt die Erwartung, dass sich Wildtiere in Nahdistanz betrachten lassen? Sind es die vielen Filmbeiträge, die im Fernsehen angeboten werden? Falls ja, dann könnte es vielleicht interessant sein, einmal zu sehen, wie viele dieser Filme entstehen.

Anne Backhaus berichtet in ihrem Spiegel-Artikel „Naschen am Kadaver“ über Manipulationspraktiken der Tierfilmbranche, die der 63jährige Dokumentarfilmer Chris Palmer in seinem Buch „Shooting in the Wild“ aufdeckt. Viele Aufnahmen haben demnach mit der Dokumentation von „Free Wildlife“ nicht viel zu tun, sondern es handelt sich einfach um gestellte Szenen, manchmal sogar mit Tieren aus Gehegen.

Vor diesem Hintergrund fällt es uns möglicherweise leichter, die eigenen Beobachtungen als das wertzuschätzen, was sie sind: Echte Erlebnisse in einer wirklich freien Wildbahn.

Lesen Sie den Artikel von Anne Backhaus bei „Spiegel-Online“:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,720575,00.html