Der Hochmoor-Bläuling: das leicht verbuschte Hochmoor-Randgehänge ist der traditionelle Lebensraum dieses Tagfalters; im Wietingsmoor gibt es noch große Bereiche, wo er anzutreffen ist (Flugzeit: 2. Juniwoche bis 2. Juliwoche).

Der Hochmoor-Bläuling – „nur“ eine weitere bedrohte Tierart?

Der Hochmoor-Bläuling: das leicht verbuschte Hochmoor-Randgehänge ist der traditionelle Lebensraum dieses Tagfalters; im Wietingsmoor gibt es noch große Bereiche, wo er anzutreffen ist (Flugzeit: 2. Juniwoche bis 2. Juliwoche).

Der Hochmoor-Bläuling: das leicht verbuschte Hochmoor-Randgehänge ist der traditionelle Lebensraum dieses Tagfalters; im Wietingsmoor gibt es noch große Bereiche, wo er anzutreffen ist (Flugzeit: 2. Juniwoche bis 2. Juliwoche).

Mit mehr als 180.000 beschriebenen Arten in 127 Familien bilden die Schmetterlinge (Lepidoptera) oder Falter nach den Käfern die artenreichste Insekten-Ordnung. Der Lebensraum dieser Tiere ist überall dort zu finden, wo es Pflanzen gibt. Das bedeutet, dass sie – als Raupe wie als Falter – auf diejenige Vegetation angewiesen sind, die ihnen als Nahrungsgrundlage dient.

Da viele Schmetterlings-Arten hoch spezialisiert sind, sind sie durch Eingriffe in ihre Lebensräume sehr verwundbar. Mittlerweile sind nahezu alle Arten Mitteleuropas als gefährdet zu betrachten und der Bestand ist in den letzten Jahrzehnten erschreckend zurückgegangen. 77 Arten gelten in Nordwestdeutschland bereits als ausgestorben oder verschollen. Schmetterlinge sind – mehr noch als andere bedrohte Tierarten – wichtige Bioindikatoren und ihr Vorhandensein oder eben Nichtvorhandensein sagt sehr viel über den Zustand einer Landschaft aus.

In Norddeutschland weist insbesondere der Hochmoor-Bläuling (Plebeius optilete) als Bewohner von Moorwiesen und Moorheiden eine enge Bindung an saure, nährstoffarme Böden auf. Die Futterpflanzen seiner Raupe sind Moosbeere, Moor-Heidelbeere, Heidelbeere und Preiselbeere. Da die typische Moorvegetation, das entsprechende Mikroklima und ausreichend große Flächen kaum noch vorhanden sind, ist der Hochmoor-Bläuling nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Arten als stark gefährdet eingestuft. In Niedersachsen ist die Art sogar vom Aussterben bedroht.

Das Hochmoor-Bläuling-Männchen ist auf der Flügeloberseite violettblau gefärbt, das Weibchen dunkelbraun. Die Unterseite der Flügel ist graubraun gefärbt und mit dunklen Flecken besetzt. Am Rand des Hinterflügels befinden sich ein oder mehrere orange Flecken.

Das Hochmoor-Bläuling-Männchen ist auf der Flügeloberseite violettblau gefärbt, das Weibchen dunkelbraun. Die Unterseite der Flügel ist graubraun gefärbt und mit dunklen Flecken besetzt. Am Rand des Hinterflügels befinden sich ein oder mehrere orange Flecken.

Das Überleben des Schmetterlings hängt von der Erhaltung der letzten noch verbliebenen Moorstandorte ab. Der Hochmoor-Bläuling ist nicht nur durch die direkte Zerstörung seiner Lebensräume wie landwirtschaftliche Nutzung oder Abtorfung bedroht. Auch durch Trockenlegungsmaßnahmen zur landwirtschaftlichen Nutzung angrenzender Flächen wachsen ehemals feuchte Moorlichtungen zu. Selbst Pflegemaßnahmen wie ein flächendeckendes Entkusseln von Mooren können sich negativ auf die Schmetterlinge auswirken, da die fehlende Beschattung von Moorflächen im Sommer zu deren Austrocknung führt. Die sensiblen Bläulinge können nicht einfach in ein anderes „Revier“ wechseln und verschwinden schließlich ganz.

Gerade an der Existenz des Hochmoor-Bläulings lassen sich demnach Erfolg oder Misserfolg von Renaturierungsmaßnahmen unserer Hochmoore besonders deutlich ablesen.

Übrigens ist der Hochmoor-Bläuling, sind Schmetterlinge allgemein beileibe nicht nur ein Thema bei Biologen und Naturschützern – auch Archäologen, Historiker und Volkskundler beschäftigen sich mit ihnen. Denn nicht immer sah der Mensch in ihnen – wie wir es heute gerne tun – ein schützenswertes, geradezu poetisches Wesen voller Schönheit, Farbenpracht und Zerbrechlichkeit. Der deutsche Name „Schmetterling“ läßt sich zurückführen auf das ostmitteldeutsche Wort Schmetten (Schmand, Rahm), von dem einige Arten oft angezogen werden. Im mittelalterlichen und neuzeitlichen Aberglauben galten Schmetterlinge gar als Verkörperung von Hexen, die es auf den Rahm abgesehen hatten und ihn verdarben, worauf auch frühere landschaftliche Bezeichnungen für Schmetterlinge wie Milchdieb, Molkenstehler oder ähnliche hindeuten.

Den ganzen Reichtum der Welt der Schmetterlinge zeigt gerade eine fein gestaltete Ausstellung im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg. Die Sonderausstellung „Schmetterlinge – Boten der Götter“ wartet dort vom 5. Juli bis 13. September 2009 auf viele interessierte Besucher (Text: Wilfried Wördemann).

Weitere Informationen:

„Schmetterlinge – Boten der Götter“
Schmetterlings-AG NABU Oldenburg
Wikipedia: Artikel Schmetterlinge