Braunkehlchen im Wietingsmoor.

Das Braunkehlchen im Hochmoor

Braunkehlchen im Wietingsmoor.

Braunkehlchen im Wietingsmoor.

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) hat es in weiten Teilen Deutschlands seit Jahrzehnten schwer. In ganzen Landstrichen ist es überhaupt nicht mehr als Brutvogel anzutreffen. In Norddeutschland brüteten in den Jahren hier und da noch vereinzelt Paare z.B. auf Brachflächen, d.h. zum Abbau von Agrarüberschüssen stillgelegten Ackerflächen mit schütterem Aufwuchs. Diese haben aber nun im Zuge der allgemeinen Intensivierung der Landwirtschaft (Stichwort: nachwachsende Rohstoffe – Biogas) abgenommen und mit Ihnen sind mancherorts letzte Braunkehlchen verschwunden.

Erfreulich ist es daher, brütende Braunkehlchen im Hochmoor zu beobachten. Wenn das Braunkehlchen als Brutvogel in einer Landschaft gehalten werden soll, müssen „alle noch vorhandenen Brutvorkommen erhalten werden, denn das Braunkehlchen besiedelt – vielleicht auch bedingt durch den tiefen Populationsdruck – einmal verlassene Flächen kaum wieder neu“, so P. Horch et. al. in ihrem Beitrag „Fördermaßnahmen für das Braunkehlchen in Schweiz“ (Ornithologischer Beobachter, Band 105, Heft 3, September 2008).

Diesjähriges Braunkehlchen-Brutbiotop im nördlichen Wietingsmoor.

Diesjähriges Braunkehlchen-Brutbiotop im nördlichen Wietingsmoor.

Das Braunkehlchen brütet immer wieder vereinzelt in guten Bereichen des Wietingsmoores. Dabei handelt es sich meistens um offene Moorheiden, die gleichmäßig mit wenigen jungen Birken und Kiefern bestanden sind. Die Vögel nutzen die jungen Bäume als Ansitzwarten. Durch die Schafbeweidung bleibt die Vegetation um diese jungen Bäume kurz, hier können Braunkehlchen und in unmittelbarer Nachbarschaft brütende Schwarzkehlchen ideal auf Insektenjagd gehen. Auch andere Arten wie Raubwürger, Neuntöter, Feldlerche, Großer Brachvogel und Bekassine nehmen diese Flächen als Brutbiotop an.

Von diesen, allerdings nur wenigen Brutstandorten kann eine Wiederbesiedlung vom benachbarten Kulturland erhofft werden, wenn hier wieder geeignete Strukturen vorhanden sind.

Quellen und Weblinks:

Horch, P., U. Rehsteiner, A. Berger-Flückiger, M. Müller, H. Schuler & R. Spaar (2008): Bestandsrückgang des Braunkehlchens Saxicola rubetra in der Schweiz, mögliche Ursachen und Evaluation von Fördermaßnahmen.

Richter, Dr. Markus (2007): Braunkehlchen: auf dem Rückzug

www.naturschutzring-duemmer.de/pdf/FW_Info8_2007_Braunkehlchen.pdf